Am 21.01.2017 ist die deutsche Fassung des internationalen Reglements FIPJP durch das DPV Präsidium genehmigt worden und ist ab sofort in Kraft. Alle vorhergehenden Versionen des Reglements sind damit ungültig und dürfen keine Verwendung mehr finden. Die deutsche Fassung steht unter Regeln zum Download bereit. In den nächsten Tagen werden die nicht mehr benötigten Regelauslegungen vom Netz genommen und verlieren ihre Gültigkeit. Der DPV Fragenkatalog für Schiedsrichter ist derzeit in Überarbeitung und wird schnellstmöglich online gestellt, Ausbildungen, Weiterbildungen und Regelkundeabende werden geplant und zeitnah durchgeführt. Wir legen allen Spielern, Trainern, Schiedsrichtern, Offiziellen, allen Interessierten und natürlich allen, die unserem Sport nahestehen, das Studium der 41 Artikel nahe und freuen uns auf die neue Saison.

Regeln in Kurzform

Petanque - die Regeln in aller Kürze

Pétanque ist eine Sportart, in der zwei Mannschaften gegeneinander spielen, und zwar

3 Spieler gegen 3 Spieler (Triplette)
• 2 Spieler gegen 2 Spieler (Doublette)
• 1 Spieler gegen 1 Spieler (Tête-à-Tête).
 

Beim Triplette hat jeder Spieler zwei Kugeln, beim Doublette und beim Tête-à-Tête jeder Spieler drei Kugeln zur Verfügung.

Die Eisenkugeln haben einen Durchmesser von 7,05 bis 8,00 cm und ein Gewicht von 650 bis 800 Gramm. Sie besitzen eine Art "Nummernschild", eine gestanzte Zahl/Buchstabenkombination, um Verwechslungen zu vermeiden.

Vor Beginn des ersten Durchgangs wird ausgelost, welche Mannschaft die Zielkugel EINMAL zuerst zuerst werfen darf. Ein Spieler dieser Mannschaft zeichnet einen Kreis auf den Boden (35 - 50 cm Durchmesser), aus dem die Zielkugel – auch Schweinchen genannt – auf eine Entfernung von 6-10 m geworfen wird.

Die gleiche Mannschaft wirft nun eine erste Kugel, dem Ziel so nahe wie möglich. Beim Wurf müssen die Füße des Spielers innerhalb des Kreises sein und Bodenkontakt behalten, bis die gespielte Kugel den Boden berührt.

Mannschaft B versucht nun, eine Kugel dem Ziel noch näher zu bringen - ist ihr das gelungen, versucht Mannschaft A diese Kugel zu überbieten...und so fort, bis alle Kugeln gespielt sind.

Hat eine Mannschaft keine Kugeln mehr, versucht die andere Mannschaft ihre Kugeln so zu plazieren, daß sie näher am Ziel liegen als die dem Ziel am nächsten liegenden gegnerischen Kugeln. Denn jede Kugel einer Mannschaft, die dem Ziel näher liegt als die bestplazierte des Gegners zählt einen Punkt.

In einem Durchgang wird also mindestens 1 Punkt vergeben (wenn bereits die zweitnächste Kugel die eines Gegners ist) und im Extremfall gibt es 6 Punkte, wenn eben alle Kugeln besser plaziert sind als die beste des Gegners.

Die Mannschaft, die den Durchgang gewonnen hat, beginnt den nächsten wie vorher beschrieben.

Das Spiel ist beendet, wenn ein Team 13 Punkte gewonnen hat.

 

Die Grundregeln grafisch dargestellt. 

Quelle: HPV-Flyer 2009 von Georg Hose (HPV) 

Sehr gut für Einsteiger oder Freizeitspieler geeignet. 
Ausgedruckt passen diese auf ein DIN A4 Blatt 

Die Geschichte des Pétanques

Die früher in der Provence vorherrschende Variante des Kugelspiels ging über Distanzen von 17 bis 21 Metern (sie ist noch heute als 'Jeu Provençal' bekannt) und ist ein athletischer Sport. Im Juni 1910 konnte in La Ciotat, der östlich von Marseille gelegenen Hafenstadt, der bis dahin sehr erfolgreiche Jules-le-Noir keine Anlaufschritte mehr machen, weil er starkes Rheuma bekommen hatte. Sein Freund Ernest Pitiot konnte das Trauerspiel des wehmütig am Spielfeldrand sitzenden schwarzen Julius nicht mehr mit ansehen und erbarmte sich, eine Variante des Kugelspiels zu erfinden, die auf 6 bis 10 Meter geht und stehend oder hockend aus einem Kreis heraus gespielt wird. Provençalisch wurde es 'Ped tanco' getauft, was 'geschlossene Füße' bedeutet.

Französich wurde daraus 'Pétanque'. Es ist die historisch jüngste Variante aller Kugelspiele und war ursprünglich also ein Behindertensport. Diese Variante trat wegen ihrer leichten Praktizierbarkeit einen Siegeszug um die ganze Welt an und ist auch in Deutschland die übliche Spielweise.

 

Quelle: bouleaufer.de